Wie bringt die Kuh den Schneemann zum Schmelzen?

Eintrag von am 15 November 2017 | Kommentare

Grundschule Eitorf-Harmonie auf der „Weltklimakonferenz für Kinder“

Früh aufstehen war angesagt: Pünktlich um sieben Uhr startete am Freitag, 10. November die Schulexkursion der Grundschulstandorte Eitorf und Harmonie zur „Weltklimakonferenz für Kinder“ am Theater Marabu in Bonn-Beuel. Mit dabei waren die 3.- und 4.-Klässler aus Harmonie sowie eine 3. Klasse aus Eitorf. Einige von ihnen hatten sich schon im „Prima Klima Club“ der Nachmittagsbetreuung in Harmonie, welcher von der Aktion Mensch e.V. gefördert wird, mit dem Klimawandel beschäftigt.
Das Angebot des Theaters Marabu, bei dem Wissenschaft und Kunst zusammen gebracht werden, gehört zum offiziellen Rahmenprogramm der „richtigen“ Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen, die bis zum 17. November in Bonn tagt. Die Grundschüler konnten in einem Kinofilm, einem Theaterstück, Vorträgen und insgesamt acht künstlerisch-kreativen Workshops etwas über den weltweiten Klimawandel erfahren.

So zeigten im Theater Marabu nicht nur echte Schauspieler ihr Können. Auch die Grundschüler wagten sich mit selbst ausgedachten Theaterszenen auf die Bühne: Da gab es Kinder, die sich Holzfällern in den Weg stellten und die Abholzung verhinderten. Da gab es auch ein CO2 ausstoßendes Kohlekraftwerk, das bei einem klimawandel-bedingten Orkan auf ein fahrendes Auto stürzte, so dass weder das Kraftwerk noch das Auto weiter CO2 ausstoßen konnten.

In einer Radiowerkstatt interviewten einige Grundschüler den Regisseur und den Hausmeister des Theaters zu ihren persönlichen Erfahrungen und Ängsten rund um den Klimawandel. Unter der Leitung einer Referentin vom Deutschen Museum Bonn erkundeten Nachwuchs-MeeresforscherInnen die Gefahren von Mikroplastik und grobem Müll im Ozean.

Im YouTube-Workshop lernten Kinder einiges über Kameraführung, Belichtung und Bildausschnitte und erstellten kurze Filme zu den Fragen, wo die Ananas und der Kakao unserer Weihnachts-Schokolade eigentlich herkommen. Am Ende wussten alle, wo der größte Regenwald der Erde auf der Weltkugel zu finden ist.

Grundschüler des Grundschulverbundes Eitorf-Harmonie drehten kurze Filme über di

Grundschüler des Grundschulverbundes Eitorf-Harmonie drehten kurze Filme über die Herkunft der Ananas und der Kakaobohnen für die Weihnachts-Schokolade - als Beispiele für Produkte aus dem tropischen Regenwald. (c) Carmen Ulmen

In einer Forschungswerkstatt fragten sich die Kinder, wie die Kuh den Schneemann zum Schmelzen bringt. Anschaulich entdeckten sie globale Zusammenhänge: Wenn Kühe pupsen, stoßen sie Methan aus, was zur Erderwärmung beiträgt. Dadurch schmelzen Gletscher – und der Schneemann. Noch komplizierter ist die zweite richtige Antwort: Rinder aus der Massentierhaltung fressen Soja, für dessen Anbau Regenwald gerodet wird. Dadurch kann weniger CO2 abgebaut werden und damit erhöht sich die Erderwärmung. Also: Weniger Fleisch essen – weniger Klimawandel.

 

Die Grundschüler erforschen die Gefahren von Mikroplastik und groben Müll im Mee

Die Grundschüler erforschen die Gefahren von Mikroplastik und groben Müll im Meer. (c) Teresa Werthebach



Kein Wunder, dass viele Schüler sich so gut auskannten, denn sie hatten sich vor der Exkursion umfassend vorbereitet: In der von Eltern organisierten Nachmittagsbetreuung am Teilstandort in Harmonie (FLieG e.V.) besuchen einige Kinder seit September den „Prima Klima Club“, in dem sie zu Treibhauseffekt, schmelzenden Polkappen, steigendem Meeresspiegel, Energiesparen oder nachhaltiger Mobilität forschen. Im Schulfach „Mensch & Gemeinschaft“ hatten sich die meisten schon mit den ökologischen Vorteilen von Abfalltrennung und Recycling auseinander gesetzt. Dies ist der Grundschule auch wichtig: Es geht beim Klimawandel schließlich um die Zukunft unserer Kinder.