Rahmenbedingungen

Normen und Werte

Unter Normen und Werten verstehen wir unser Menschenbild sowie unsere grundlegende Haltung zum Lernen und zum Miteinander von Schülern, Eltern und Lehrern. Erfolgreiches Lernen entsteht nach unserer Ansicht durch Neugier, Interesse und intrinsische Motivation. Wir sind der Überzeugung, dass Kinder neugierig, lernwillig und vertrauenswürdig sind.

Schulische Anstrengungen würdigen wir durch Anerkennung und persönliche Wertschätzung. Die Kinder werden mit ihren schulischen Leistungen wahrgenommen, jedoch nicht abgewertet.

In Beziehungen leben wir Gleichwürdigkeit. Darunter verstehen wir nicht, dass Kinder und Erwachsene die gleichen Rechte (und Pflichten) haben, sondern eine Beziehung, in der die Gedanken, Reaktionen, Gefühle, Träume, innere Wirklichkeit und das Selbstbild des Kindes genauso ernst genommen werden wie die der Erwachsenen. Die Führungsrolle bleibt bei den Erwachsenen, aber die Kinder werden als gleichwürdig wahrgenommen, ihre Eigenschaften respektiert, ihre Wünsche und Bedürfnisse bei den Entscheidungen berücksichtigt. Gleichwürdigkeit bedeutet für uns Subjekt-Subjekt-Beziehung statt Subjekt-Objekt Beziehung.

Wir erkennen an, dass die Verantwortung für die Atmosphäre der Beziehungen bei dem liegt, der mehr Macht inne hat; also beim Lehrer gegenüber den Schülern und gegenüber den Eltern, bei der Schulleitung gegenüber den Mitarbeitern usw. Die Verantwortung für die (Lern-, Beziehungs-)Atmosphäre liegt nicht bei den Kindern.

Die Rolle des Lehrers verstehen wir als Lernbegleiter, Lerncoach, Kümmerer und Lernberater. Die Beziehung zum Schüler ist dabei zentral. Uns ist bewusst, dass der Lernerfolg zu einem erheblichen Prozentsatz von der Beziehung zwischen Schüler und Lehrer abhängt. Der Lehrer trägt die Verantwortung dafür, die Fähigkeit des Kindes zum eigenständigen Lernen einzuschätzen und das Ausmaß der notwendigen Unterstützung und Anleitung entsprechend anzupassen.

Wir wünschen ausdrücklich die Beteiligung der Eltern am Lernprozess und wertschätzen die Erziehungsberechtigten als Partner in diesem Prozess. Die Schule nimmt mit den Eltern eine Erziehungspartnerschaft im engen Schulterschluss auf, wobei die Eltern stets eingeladen sind, sich zu beteiligen und in Beziehung zu stehen, um mit Freude und Spaß ein lernendes Dreieck zu leben:

eltern lehrer schueler

Unser Umgang mit schwierigen Situationen und Komplikationen ist von Selbstreflexion aller Beteiligten, insbesondere der Erwachsenen, geprägt. Wir fassen Abweichungen von Kindern nicht als Verhaltensstörung auf und wir pathologisieren kindliches Verhalten nicht. Wir bemühen uns u.a. durch gewaltfreie Kommunikation, Konflikte aufzuspüren, nötigenfalls auch mithilfe externer Fachleute. Konflikte halten wir nicht für per se negativ, wir verstehen sie vielmehr als eine von vielen Möglichkeiten der Beteiligten, dazu zu lernen.

Im Zusammenleben sind wir offen und tolerant gegenüber anderen Kulturen, Religionen und Denkweisen. Wir achten die Individualität und Besonderheit der Schüler, Eltern und Lehrer.

Als Schule mit einem besonderen Profil halten wir die Entwicklung der Außenwelt stets im Blick. Wir kooperieren mit anderen Einrichtungen und Fachleuten.

Wir sehen die Grundschule Harmonie als lebenden Organismus, der sich ständig weiterentwickelt, lernt und über sich nachdenkt. Wir sind bereit zur Flexibilität und Anpassung.

Standort / Gebäude

Das freundliche, ebenerdige und lichtdurchflutete Schulgebäude ist Lernort wie auch ein Haus des Wohlfühlens und des Zusammenlebens. Es verfügt über zehn große Räume, die alle eine Tür nach draußen aufweisen. Damit sind auch die Flure für die Unterrichtsgestaltung nutzbar. Die Schule bietet außerdem einen Theater- und Musikraum, einen Kunstraum, einen Englischraum, einen Waldraum, eine Bibliothek, einen Bewegungsraum und ein Forum für Versammlungen und Feste.

gelaendeSeit Bestehen der Schule haben Kinder, Eltern und Lehrer ein naturnahes Schulgelände geschaffen und stetig weiterentwickelt. So ist ein Hügel- und Gartengelände mit zahlreichen Beschäftigungsmöglichkeiten wie z.B. Biotop, Tunnel, Fußballplatz, Weidenlabyrinth und vielen Sitzgelegenheiten entstanden. Diese Umgebung lädt zum Arbeiten, Forschen und Spielen ein. In zwei jährlichen Aktionen wird das Gelände gepflegt und neue Projekte werden umgesetzt.

Schulklima und Schulleben

Die Schule bietet eine kindgerechte Lernumgebung. Die Schüler können im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten und in Absprache mit der jeweiligen Lehrperson ihren bevorzugten Lernort für unterschiedliche Vorhaben wählen. So wird der Waldraum von vielen Kindern für das Geschichtenschreiben favorisiert, die Bibliothek für Lesezeiten, das Forum für das Erstellen großflächiger Lernplakate. Durch die Vielzahl der Lernmöglichkeiten im und um das Schulgebäude können die Kinder ihr Leben und Lernen selbst in die Hand nehmen. Die Erfahrungen, die sie mit ihren getroffenen Entscheidungen zu Inhalten, Wegen, Orten und Zeiten des Lernens machen, werden regelmäßig im Klassenkreis und/oder Gesprächen mit der Lehrperson reflektiert und evaluiert.

Die Schule öffnet morgens um 7:15 Uhr. Es gibt einen Frühdienst, der die Kinder als Ansprechpartner und Aufsicht betreut. Unterrichtsbeginn ist für alle Kinder um 8:00 Uhr. Die Pausenzeiten verbringen die Kinder unter Aufsicht entweder im Schulhaus oder auf dem Schulgelände. Es gibt keinen Gong, der die Arbeitszeiten zwangsweise unterbricht.
Montags starten alle Klassen gemeinsam mit einer Wochenanfangsversammlung im Forum. Dort wird z.B. der Verlauf der Woche (soweit er alle Klassen betrifft) besprochen, Termine werden bekannt gegeben sowie Gäste, Besucher und neue Kinder vorgestellt.

Ein bis zweimal im Monat findet eine Schulversammlung statt. Hier werden beispielsweise Lernergebnisse, Vorträge und musische Beiträge der Schulgemeinschaft vorgestellt und Entscheidungen des Kinderparlaments bekannt gegeben oder abgestimmt. Die Vorbereitung und Moderation übernimmt im Wechsel eine der Klassen.

Ökumenische Gottesdienste finden mehrfach im Schuljahr bei freiwilliger Teilnahme statt, vorbereitet in Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium und den Schulkindern, die ihn auch mitgestalten.

Mindestens einmal im Jahr findet eine Projektwoche statt. Klassenfahrten werden in der Regel alle zwei Jahre durchgeführt.
Jährlich besteht für die Dritt- und Viertklässler die Möglichkeit, am wechselseitigen Austausch mit der Partner-Schule in England teilzunehmen.

Die Klassentüren zum Flur sind immer offen, interessierte Besucher sind uns willkommen und werden in unsere Arbeit als kritische Freunde, Helfer, Fachleute oder Beobachter integriert.

Wir legen Wert auf die Einbindung außerschulischer Partner und Lernorte, um den Kindern die originäre Begegnung mit der Welt zu ermöglichen.

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