Struktur und Organisation

Ziele der pädagogischen Arbeit

Im Zentrum der pädagogischen Arbeit am Teilstandort Grundschule Harmonie stehen

  • die Orientierung an jedem einzelnen Menschen und seinen individuellen Lernbedürfnissen
  • die Freude am Lernen zu erhalten
  • in größtmöglicher Selbstbestimmung die Inhalte des Lehrplans zu erarbeiten
  • eigene Kompetenzen zu erkennen und zu entwickeln
  • Selbsteinschätzung zu lernen
  • Demokratie kennen und leben zu lernen

Folgende Formen der pädagogischen Arbeit kommen dafür bei uns zum Einsatz:

a) Jahrgangsübergreifende Klassen

Die Klassen sind jahrgangsübergreifend über alle vier Jahrgänge organisiert. Die Kinder lernen miteinander und voneinander. Sie arbeiten über Altersgrenzen hinweg an gemeinsamen Themen. In diesem Setting ist Inklusion besser umsetzbar, da es Lernpartner auf den Niveaus aller vier Jahrgänge gibt. Auch ist es leichter, ohne Klassenwechsel ein drittes Jahr in der Schuleingangsphase zu verbleiben; das klassische Sitzenbleiben entfällt. Das Überspringen einer Klasse ist im jahrgangsübergreifenden Lernen ebenfalls gut zu realisieren. Diese Lernform ermöglicht ein individuelles Lerntempo und eigene Lernwege.
Das Klassenlehrerprinzip im fächerübergreifenden Unterricht gewährleistet, dass die Lehrerin die unterschiedlichen Lernstände, die Lernentwicklung und Lernvorhaben der Kinder im Blick behält und begleitet.

b) Selbstgesteuertes, eigenverantwortliches Lernen

Der wesentliche Ansatz ist das offene Lernen. Individuelles Lernen ermöglicht den Kindern, an dem zu arbeiten, was für sie wichtig und sinnvoll ist. Sie erfahren eigenes Lernen als für sich selbst sinngebend. Wir bieten vielfältige Lern- und Arbeitsformen, Themen und Lernangebote. Die Lehrer arbeiten als Berater und Mentoren, die die Kinder auf Grundlage des Lehrplans des Landesministeriums leiten.
Zu Beginn der Lernzeit erfolgt im Klassenkreis die Absprache des individuellen eigenständigen Lernens des Tages oder mehrerer kommender Tage. Phasenweise kommen die Kinder zum gemeinsamen Lernen im ganzen Klassenverband zusammen. Am Ende der Lernzeit werden im Klassenverband die Ergebnisse der Arbeit präsentiert (z.B. PowerPoint, Dichterlesung, Forschungsergebnisse).

Selbsteinschätzung und Beratungsgespräche. Noten und Schulaufgaben

Die Kinder erhalten einen Überblick und Ausblick darüber, was sie in den vier Grundschuljahren lernen können. Sie dokumentieren ihre Lernfortschritte in Lerntagebüchern. In Selbsteinschätzungsbögen für die einzelnen Fächer und für das Lern- und Arbeitsverhalten beurteilen Kinder, Lehrer und Eltern halbjährlich die Sach-, Sozial- und Ich-Kompetenzen. Die Bögen bilden die Grundlage für die Kinder-Eltern-Lehrer-Gespräche.

Durch dieses Vorgehen lernt das Kind, sein Arbeiten, seine Leistung und seine Entwicklung einzuschätzen. Ziel ist, das Kind zu befähigen, selbst seine nächsten Lern- und Arbeitsschritte zu planen und den Eltern einen Überblick über die Grundanforderungen der Lehrpläne und der Schule sowie über den Entwicklungsstand ihrer Kinder zu ermöglichen. Daraus resultiert ein kompetenzorientiertes Ankreuzzeugnis. Schulnoten werden erst ab dem vierten Schuljahr erteilt, da sie für den Übergang in die weiterführende Schule notwendig sind.

In Absprache mit den Eltern werden die Kinder angeleitet, die Inhalte des Vormittags zu vertiefen (Schulaufgaben).

Partizipation

Partizipation geschieht in den Schulversammlungen, im Kinderparlament und im Klassenrat.

Die vierzehntägig stattfindende Schulversammlung liegt in der Verantwortung der Kinder, die diese vorbereiten und leiten. Neben Präsentationen der aktuellen Arbeit in den Klassen oder in Projekten werden Themen besprochen und Regelungen gefunden, die alle Kinder und Lehrer betreffen.

Das Kinderparlament ist Sensor und Ideengeber der Schule. Jede Klasse wählt zwei Delegierte für das Kinderparlament, die sich einmal wöchentlich mit dem Kids-Manager (ein Lehrer, der ebenfalls von den Kindern gewählt wird) treffen.

Der Klassenrat ist das Herz jeder Klasse; ein Gremium, das von Kindern und dem Lehrer einer Klasse regelmäßig einberufen wird. Hier muss jedes Problem der Gestaltung der Arbeit und des Klassenlebens behandelt werden. Der Klassenrat wird von einem Kind geleitet.

Exemplarischer Tagesablauf

Ab 7:15 Uhr kommen die ersten Kinder in die Schule. Die Zeit bis zum Unterrichtsbeginn um 8:00 Uhr gestalten die Kinder auf unterschiedliche Weise: sie beginnen schon mit ihren Arbeitsvorhaben, frühstücken, unterhalten sich, lesen oder spielen.

Um 8:00 Uhr beginnt die Lernzeit mit dem Klassenkreis. Die jeweiligen Kreisleiter begrüßen die Gruppe und erfragen, ob jemand etwas berichten, zeigen oder ein Problem angehen will.

Anschließend wird der Tagesablauf mit Fachunterricht, Angeboten für kleine Gruppen oder gemeinsamen Phasen für Präsentationen von Arbeitsergebnissen vorgestellt und die Lernvorhaben werden abgesprochen. Während der individuellen Lernzeit berät und unterstützt die Lehrerin die Kinder bei ihren Lernvorhaben, stellt Material bereit, hilft bei der Planung, Recherche und Korrektur oder erarbeitet mit einzelnen Kindern oder kleinen Gruppen neue Lerninhalte. Vor der Pause wird die Arbeitsphase im Kreis reflektiert.

Der Englisch- und Kunstunterricht ist klassenübergreifend organisiert. Während die Kinder der Eingangsstufe Englisch haben, findet für die Jahrgänge 3/4 Kunst statt und umgekehrt.

Religionsunterricht wird aufgrund der Vorgabe der Richtlinien und Lehrpläne konfessionsgebunden unterrichtet. Für Kinder, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, wird Unterricht zum sachunterrichtlichen Themenschwerpunkt „Mensch und Gemeinschaft“ angeboten.